Relaunch am Regal: Packaging-Wechsel fehlerfrei umsetzen
Ein Produkt-Relaunch oder ein Re-Design der Verpackung erfordert Monate der Vorbereitung. Designagenturen, Markenstrategen und die Produktion arbeiten hand in hand, um ein Produkt im Drogeriemarkt oder Lebensmitteleinzelhandel (LEH) neu zu positionieren. Doch die kritischste Phase entscheidet sich auf den letzten Metern: direkt an der Regalflanke. Läuft die Umsetzung am Point of Sale (POS) unstrukturiert ab, drohen EAN-Fehler, Mischbestände im Regal und Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent in den ersten Verkaufswochen.
Damit der Übergang von der alten zur neuen Verpackung reibungslos verläuft, braucht es klare Prozesse bei der Regalbestückung und der Steuerung der Handelsstrukturen.
Die Herausforderungen beim Relaunch im Drogerie- und Non-Food-Bereich
In kaufkraftstarken Segmenten wie Drogerie, Haushalt und Körperpflege ist der Wettbewerb im Regal extrem hoch. Wenn ein Verpackungswechsel stattfindet, treten in der Praxis häufig drei zentrale Probleme auf:
- Doppelplatzierungen und Durcheinander: Neue Verpackungen werden vor alte Varianten ins Regal gestellt, anstatt den Altbestand konsequent nach vorne zu ziehen oder auszubuchen.
- Scannierfehler an der Kasse: Ändert sich mit dem Design auch die EAN-Nummer, führen Restbestände im Regal zu Fehllistungen oder falschen Systembeständen im Warenwirtschaftssystem des Händlers.
- Verzögerter Display-Aufbau: Zweitplatzierungen und Aktionsdisplays treffen nicht zeitgleich mit der Neuausrichtung des Hauptregals im Markt ein.
Um diese Fehlerquellen auszuschließen, reicht es selten aus, sich allein auf das Marktpersonal zu verlassen. Die Abdeckungsrate und Ausführungsqualität steigen drastisch, wenn die Umsetzung systematisch durch externe Dienstleister begleitet wird.
3 Schritte für den nahtlosen Verpackungswechsel am POS
1. Bestandsaufnahme und konsequente FEFO/FIFO-Steuerung
Vor dem Einräumen der neuen Verpackungen muss eine Bestandsaufnahme erfolgen. Bei Kosmetik- und Haushaltsprodukten gilt genau wie bei Lebensmitteln das First-In-First-Out-Prinzip (FIFO) beziehungsweise das First-Expired-First-Out-Prinzip (FEFO) bei Produkten mit Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD).
Altbestände müssen gezielt gebündelt und gegebenenfalls über Abverkaufsaktionen oder Retourenvereinbarungen mit dem Handel geräumt werden. Erst wenn der Regalboden sauber getrennt ist, folgt die Neuplatzierung.
2. Strikte Umsetzung der neuen Planogramme
Ein Relaunch geht oft mit geänderten Verpackungsmaßen oder neuen Facings einher. Wenn die Shelf-Ready-Packaging-Trays (SRP) abweichende Abmessungen haben, passt das alte Regallayout nicht mehr.
Für einen fachgerechten Umbau sowie die genaue Anpassung der Scannerschienen und Preisetiketten sichern unsere Leistungen im Rackjobbing eine lückenlose Umsetzung nach Herstellervorgabe. Hierbei setzen geschulte Fachkräfte von CreativeShop die Vorgaben des Category Managements millimetergenau um, prüfen die EAN-Zuordnungen und korrigieren Fehler direkt vor Ort.
3. Synchronisation von Hauptregal und Zweitplatzierung
Ein Relaunch entfaltet seine volle Werbewirkung erst, wenn das neu gestaltete Produkt im Hauptregal und auf Aktionsdisplays zeitgleich sichtbar ist. Steht auf dem Display bereits das neue Design, während im Regal noch die alten Packungen dominieren, verwirrt dies den Verbraucher.
Ein koordinierter Aufbau der Zweitplatzierungen parallel zur Regalpflege stellt sicher, dass der Wiedererkennungswert der Kampagne maximal genutzt wird.
Praxisbeispiel: Relaunch einer Reinigermarke in 450 Filialen
Ein Hersteller von Haushaltsreinigern stellte das gesamte Sortiment auf 100 % Altplastik-Flaschen mit neuem Etikettendesign um. Die Herausforderung: 450 Drogeriemärkte mussten innerhalb eines Zeitfensters von 72 Stunden umgestellt werden, um den Start der bundesweiten TV- und Digital-Kampagne optimal zu nutzen.
Durch den Einsatz geschulter Aufbauteams konnte die Ersteinräumung inklusive Altbestandstrennung mit einer Umsetzungsquote von 98,5 Prozent innerhalb des Zielzeitraums abgeschlossen werden. Durch die Begleitung durch CreativeShop wurden Fehleingaben am Scanner verhindert und die Out-of-Stock-Quote während der Umstellungsphase unter 1,5 Prozent gehalten.
Fazit: Durchdachte POS-Logistik sichert den Relaunch-Erfolg
Der Erfolg eines Verpackungswechsels entscheidet sich am Regal. Wer Altbestände strukturiert bereinigt, Planogramme exakt umsetzt und Displays zeitgleich platziert, vermeidet Reibungsverluste und sichert sich die volle Aufmerksamkeit der Kunden.
Sie planen einen Sortimentswechsel oder Relaunch in Norddeutschland? Sie können bei uns direkt anfragen, um Ihre POS-Umsetzung verlässlich zu planen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie wird vermieden, dass alte und neue Verpackungen im Regal vermischt werden?
Durch eine klare physische Trennung bei der Regalpflege. Fachkräfte nehmen die Bestände komplett aus dem Regal, prüfen die EAN-Nummern und sortieren Abverkäufe strikt nach vorne oder steuern die Retoure gemäß Absprache mit dem Handel.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Umbau am POS?
Der Umbau sollte idealerweise unmittelbar vor oder exakt zum Start der Werbekampagne erfolgen. In der Praxis werden die Flächen meist zu Beginn der Woche vor den umsatzstarken Tagen Donnerstag bis Samstag überarbeitet.
Welche Rolle spielt Rackjobbing bei einem Packaging-Wechsel?
Rackjobber übernehmen die physische Umsetzung im Markt: Sie bauen Regale um, passen Scannerschienen an, räumen Waren nach Planogramm ein und kontrollieren Bestände sowie MHDs. Das entlastet den Außendienst und das Filialpersonal.

